Bewertung von Strategien zur Vermeidung von Korrosion in der CO₂-Infrastruktur
Projektlaufzeit: 05.2026 bis 04.2027
Zuwendungsgeber: DVGW
Vor dem Hintergrund des Klimaziels der Treibhausgasneutralität bis 2045 in Deutschland stellen die Abscheidung und der Transport von CO₂ aus unvermeidbaren Emissionen (z. B. Zementindustrie, Abfallverbrennung) eine zentrale Herausforderung dar. Für die dauerhafte Speicherung ist eine leitungsgebundene Infrastruktur erforderlich, deren technische Sicherheit maßgeblich von der Korrosionsbeständigkeit abhängt. Kritische Spurstoffe wie SOₓ und NOₓ im abgeschiedenen CO₂ können durch Säurebildung erhebliche Korrosionsschäden verursachen. Derzeit existieren neben dem EIGA-Standard für Lebensmittel-CO2 uneinheitliche Grenzwerte für diese Komponenten in verschiedenen CCS-Projekten. Zu niedrige Grenzwerte führen zu hohen Aufbereitungs- und Investitionskosten und könnten die Wirtschaftlichkeit der CCUS-Gesamtkette gefährden.
Das Projekt zielt darauf ab, eine belastbare wissenschaftliche und ökonomische Datengrundlage für die Festlegung von CO₂-Qualitätsstandards zu schaffen. Hierzu werden Prozessketten vom Rohgas bis zur Einspeisung in die Infrastruktur konzipiert und hinsichtlich technischer Machbarkeit, Energiebedarf und Kosten bewertet. Ergänzend werden alternative Ansätze zur Korrosionsminderung wie Additive, Beschichtungen oder alternative Werkstoffe untersucht. Die Ergebnisse sollen eine erste Einschätzung der technisch und wirtschaftlich geeigneten Optionen liefern. Auf dieser Basis wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen CO₂-Reinheit und CO2-Bereitstellungskosten abgeleitet werden kann.