Meldung vom 13.07.2022

In Biogasanlagen erzeugtes Biomethan kann einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland leisten. Zusätzlich unterstützt die heimische Erzeugung von Biogas die Unabhängigkeit der deutschen Gasversorgung von ausländischen Gasimporten. Um den Fortbestand von Bestandsbiogasanlagen auch nach der 20-jährigen Förderung im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetztes (EEG) zu ermöglichen, bedarf es zukunftsfähiger Konzepte. Eine Möglichkeit ist der Zusammenschluss mehrerer Biogasanlagen zu einem Cluster mit zentraler Biogasaufbereitung und Einspeisung ins Gasnetz. Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte und von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. getragene Projekt „BGA-Cluster“ wird von der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut koordiniert. Gemeinsam mit den Projektpartnern Universität Hohenheim, Fachverband Biogas e.V., Erdgas Südwest GmbH, keep it green GmbH und Grinix GmbH werden verschiedene Zukunftsperspektiven von Biogasanlagen durch Clusterung untersucht und ein Leitfaden entwickelt.

Beim Großteil der ca. 10.000 existierenden Biogasanlagen wird das erzeugte Biogas in Blockheizkraftwerken vor-Ort verstromt. Die dabei anfallende Abwärme kann in vielen Fällen nur begrenzt genutzt werden, außerdem ist das Flexibilisierungspotenzial aufgrund begrenzter Gasspeicherkapazitäten an den Anlagen limitiert. Diese Nachteile können bei der Aufbereitung und Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz als Biomethan umgangen werden. Allerdings ist der Bau und Betrieb einer Biogasaufbereitungsanlage nur für größere Anlagen wirtschaftlich sinnvoll. Der Zusammenschluss mehrerer Biogasanlagen zu einem Cluster mit zentraler Biogasaufbereitung und - Einspeisung ist daher eine Option für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Biogasanlagen (siehe Abbildung 1).

In der Biogasaufbereitungsanlage werden CO2 und weitere Begleitstoffe aus dem Rohbiogas abgetrennt, sodass reines Biomethan zur Verfügung steht. Das Biomethan kann in das Erdgasnetz eingespeist werden oder komprimiert als CNG und verflüssigt als LNG als grüner Kraftstoff eingesetzt werden. Um Spitzenlasten in der Stromversorgung zu decken, kann das Rohbiogas auch in zusätzlichen BHKWs verstromt sowie das abgetrennte CO2 in Power-to-Gas-Anlagen zu Biomethan umgesetzt werden.

In dem Projekt BGA-Cluster werden konkrete Handlungsempfehlungen für Anlagenbetreiber:innen entwickelt. In einer ersten Metastudie stellt Grinix GmbH eine aktuelle Übersicht über Forschungsprojekte zu Post-EEG Optionen dar und gibt eine Übersicht über mögliche Nutzungs- und Vermarktungsoptionen von Biomethan. Die DVGW-Forschungsstelle prüft in Zusammenarbeit mit Erdgas Südwest GmbH die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die zur Clusterung von Biogasanlagen gegeben sein müssen. So werden unter anderem die mögliche Kostenverteilung bei der Biomethaneinspeisung sowie der Umgang mit unterschiedlicher Rohgasqualität einzelner Anlagen im Cluster geprüft. Gemeinsam mit der Erdgas Südwest GmbH und dem Fachverband Biogas e.V. sucht die DVGW-Forschungsstelle außerdem drei geeignete Standorte die von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie (LAB) der Universität Hohenheim hinsichtlich des Umrüstungsbedarfs analysiert werden. Weiterhin findet eine technoökonomische Bewertungen für die Standorte statt. Einer dieser Modellstandort wird von keep it green GmbH im Detail projektiert.

Logos des BGA-Clusters ©
Ansprechpartner
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Friedemann Mörs
Gastechnologie ∙ Gruppenleiter Verfahrenstechnik

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